There will be blood

2023

‹Annoying — too loud, too messy› – als nervig, zu laut und schlampig werden feministische Diskurse in der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen und das Framing durch rechte Interessengruppen platziert. Aber seit Jahrzehnten beweisen feministische Errungenschaften, dass es sich lohnt, diese komplexen, oft kleinteiligen Kämpfe zu führen. Designer*innen spielen hier eine wichtige Rolle, indem sie grafische Übersetzungen und alternative Zugänge entwickeln.

Unsere Arbeit “there will be blood” haben wir, Carla Günther, Jana Konrad und Julia Biedasiek der Menstruation gewidmet. Unser Ziel ist es, dem Thema durch das Projekt mehr Raum und Aufmerksamkeit zu verschaffen und die Schönheit und Individualität jedes Zyklus zu feiern. Das Projekt besteht aus mehreren Teilen: Ein in p5.js geschriebener Code, der ein individuelles Muster generiert, das unsere Zyklen darstellt. Dafür haben wir die Daten unserer Menstruationszyklen dokumentiert und in eine visuelle Sprache übersetzt. Jede Information bekommt eine eigene Form. Je nach angegebenen Parametern, und dessen Intensität, verändert sich das Aussehen des Musters. So kann für jede menstruierende Person ein persönliches Muster generiert werden.

In einem zweiten Teil haben wir unsere eigenen Zyklus – Muster zusammen auf einen sechs Meter langen Banner, den Red Carpet gedruckt. Er dokumentiert unsere Zyklen wie ein Kalender von September 2022 bis Februar 2023.

Wie hat der Feminismus die Postmoderne Designgeschichte beeinflusst oder sogar geprägt? Welche Tools nutz(t)en Designer*innen, vor allem nachdem die ersten Computer auf den Markt kamen? All diese Fragen stellte ich mir im Verlauf dieses Semesters. Die Antworten dazu und den Prozess des Semesterprojektes habe ich in einem Heft festgehalten.

Als kleines Extra ist dazu noch das Heft ART – I – FICIAL entstanden; das Produkt eines Workshops der im Rahmen des Kurses stattgefunden hat.


Entstanden im Kurs ‹Annoying — too loud, too messy› bei Prof. Heike Grebin